03|2013 Realschulen erhalten und stärken

Informationsreihe "Pro Realschule" der CDU-Landtagsfraktion: Realschulen erhalten und stärken

Die CDU-Landtagsfraktion hat im Februar und März 2013 eine Kampagne für den Erhalt der Realschulen durchgeführt. In landesweit über 75 Veranstaltungen haben sich die Abgeordneten mit Lehrern, Eltern, Schülern, Ausbildungsbetrieben und Vertretern der Kommunen ausgetauscht. Dabei wurde ganz deutlich: Baden-Württemberg braucht auch in Zukunft seine erfolgreichen Realschulen.

Grün-Rot will Realschulen zerschlagen

Die Sorge um den Fortbestand der Realschulen ist leider sehr begründet. Die grün-rote Landesregierung unter Ministerpräsident Kretschmann möchte in der baden-württembergischen Schullandschaft ein "Zwei-Säulen-Modell" etablieren. Dieses soll nur aus Gymnasium und Gemeinschaftsschule bestehen. Weder die Realschulen noch die Werkrealschulen sind in diesem Konzept vorgesehen. Die Landesregierung will diesen Schularten die rote Karte zeigen.

Bewährte Schulart mit hohem Zulauf

In Baden-Württemberg gibt es rund 500 Realschulen, davon 429 öffentliche. Im Landkreis Böblingen gibt es insgesamt 14 Realschulen, davon drei in Sindelfingen, je zwei in Böblingen, Herrenberg und Leonberg und je eine in Gärtringen, Holzgerlingen, Renningen, Rutesheim und Weil der Stadt. Diese Schulen haben sich seit Jahrzehnten mit einem hohen Bildungsstandard und einem äußerst attraktiven Lernangebot bewährt. An Realschulen wird beispielsweise sehr anschaulich und handlungsorientiert gearbeitet. In Unterrichtsfächern wie "Technik" oder "Mensch und Umwelt" dominiert die Lebensnähe: Es wird gekocht und geschreinert, genäht und gebohrt. Auch viele Eltern erkennen, dass in den Realschulen gerade Kinder und Jugendliche mit praktischen Talenten besonders gefördert werden. Deshalb liegt die Übergangsquote von der Grund- auf die Realschule derzeit bei über 38 Prozent. Dass die Realschulen sehr erfolgreich arbeiten, belegt auch der stetige Anstieg der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren. Allein 2012 war eine Steigerung um 4,3 Prozent zu verzeichnen. Bei Eltern, Lehrern und Schülern genießen die Realschulen eine sehr hohe Akzeptanz.

Gutes Sprungbrett für die Zukunft

Die Schüler an den Realschulen werden optimal gefördert und fundiert aufs Leben vorbereitet. Die Schulart bietet ein attraktives Lernangebot und eröffnet vielfältige Bildungswege. Den Absolventen der Realschule stehen alle Wege offen. So können sie nach der Mittlere Reife eine duale Ausbildung beginnen. Alternativ haben sie die Möglichkeit, an einem beruflichen Gymnasium zum Abitur zu gelangen. Dieses Angebot nutzen derzeit fast 40 Prozent der Realschulabsolventen. Inzwischen kommt über ein Drittel der Schüler über die Realschulen und die beruflichen Gymnasien zum Abitur.

Hohe Akzeptanz der Wirtschaft

Realschüler werden gut und praxisorientiert auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet. Die Ausbildungsbetriebe stellen Realschüler besonders gerne ein. Sie schätzen diese Bewerber aufgrund ihrer lebensnahen, selbständigen und zupackenden Art und wissen, dass sie mit ihnen sehr geeignete Auszubildende bekommen. Die Mittlere Reife stellt somit ein wertvolles Ticket für einen jungen Menschen in eine kaufmännische oder gewerblich-technische Ausbildung dar. Die Realschulen leisten einen hervorragenden Beitrag für die Ausbildung der Fachkräfte von morgen.

Privilegierung der Gemeinschaftsschulen beenden

Durch die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung wird auch an Realschulen die Schülerschaft immer heterogener. In vielen fünften Klassen treffen nun vermehrt Kinder mit Hauptschulniveau auf solche mit Gymnasialniveau. Deshalb nimmt auch an dieser Schulart der Bedarf nach individueller Förderung immer mehr zu. Die Landesregierung enthält den Realschulen aber die dafür erforderlichen Ressourcen vor. Gleichzeitig werden die Gemeinschaftsschulen bevorzugt. Die CDU-Landtagsfraktion kritisiert die eklatante Benachteiligung der Realschulen. Dies zeigt sich u.a. bei der Ausstattung mit Lehrkräften. Fünfte Klassen an Gemeinschaftsschulen bekommen 47 Lehrerstunden pro Woche zugeteilt; bei Realschulen sind es im Schnitt nur 31 Lehrerstunden. Während Realschulen ihre Klassen erst bei 31 Schülern trennen können, liegt der Klassenteiler an Gemeinschaftsschulen bei 29. Darüber hinaus bekommen Gemeinschaftsschulen eine höhere Sachmittelzuweisung. Pro Schüler an einer Gemeinschaftsschule erhält der Schulträger 1.117 Euro, für einen Realschüler fließen nur 589 Euro. Die CDU fordert eine ausgewogene Verteilung der Ressourcen. Wenn es schon einen Wettbewerb zwischen der neuen Gemeinschaftsschule und der Realschule gibt, dann müssen diese Schularten auch weitgehend gleiche Bedingungen haben.

Forderung nach eigenständigem Bildungsplan

Die Neukonzeption der Bildungspläne bis 2015 sieht keine Entwicklung eines eigenständigen Realschullehrplans mehr vor – auch daran zeigt sich deutlich der klare politische Wille der Landesregierung, den Realschulen das Wasser abzugraben. Selbst wenn es bis 2015 noch eigenständige Realschulen geben sollte, so werden diese mangels eines eigenen Bildungsplans nur noch nach einem Bildungsplan für die Gemeinschaftsschule arbeiten können. Wir fordern deshalb, dass es auch in Zukunft einen eigenen Bildungsplan für diese Schulart geben muss. Erhalten werden müssen nach Ansicht der CDU-Landtagsfraktion auch die hohe Qualität und das Niveau der Mittleren Reife.

Festhalten am differenzierten Schulsystem

Für die CDU gibt es keine Alternative zum gegliederten Schulsystem. Eine vielfältige Gesellschaft braucht unterschiedliche Schularten. Nur ein gegliedertes Schulwesen ermöglicht einen Unterricht, der den unterschiedlichen Ansprüchen der Schülerinnen und Schülern gerecht wird, und eine passgenaue Förderung entsprechend ihrer spezifischen Begabungen ermöglicht.

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